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Anteil der Binnenschifffahrt am Gesamtverkehr erhöhen
Elbschifffahrtstag 2010 fordert stabile Schifffahrtsverhältnisse auf Mittel- und Oberelbe
Wittenberge, 12. November 2010 – Der Elbschifffahrtstag 2010 hat die Bundesregierung aufgefordert, durch umweltverträgliche und kosteneffiziente Ausbaumaßnahmen die zugesicherte Fahrrinnentiefe der Mittel- und Oberelbe langfristig zu garantieren. Neben stabilen Schifffahrtsverhältnissen auf der Elbe müsse auch ein leistungsfähiges Bahnnetz für den Güterverkehr im Elbstromgebiet geschaffen werden, so die über 200 Teilnehmer des Elbschifffahrtstages in einer „Wittenberger Erklärung“. „Der internationale Warentransport wird weiter mit großer Dynamik wachsen und das künftige Verkehrsaufkommen kann mit der aktuellen Verteilung auf Straße, Schiene und Wasserstraße kaum bewältigt werden. Kombinierten Verkehren, die das Binnenschiff einbinden und die freien Kapazitäten der Elbe sowie der angrenzenden Flüsse und Kanäle als Verbindung zwischen dem Hamburger Hafen und den wieder stark wachsenden Märkten Mittel- und Osteuropas nutzen, gehört die Zukunft“, sagte Thomas Lütje, Geschäftsführer der HHLA Container Terminals GmbH und Vorstandsvorsitzender des Vereins zur Förderung des Elbstromgebietes e.V., im Kultur- und Festspielhaus Wittenberge.
Der Elbstromverein begrüßt, dass das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung seine Zusage, bis Ende 2010 für eine durchgängige Fahrrinnentiefe der Elbe von mindestens 1,60 Meter zwischen Hamburg und Dresden zu sorgen, einhalten will. „Bei meinem Amtsantritt habe ich die Wiederherstellung der Schifffahrtsverhältnisse auf der Mittel- und Oberelbe auf den Stand vor dem Hochwasser vom August 2002 als ein verkehrswirtschaftlich enorm wichtiges Projekt erkannt. Deshalb freue ich mich sehr darüber, dass - auch durch die Arbeit der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost - dieser Zustand nahezu wieder hergestellt worden ist“, so Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, im Vorfeld des Elbschifffahrtstages.
Gerade für den wieder dynamisch wachsenden Containerumschlag im Hamburger Hafen biete die Elbe eine ideale Hinterlandanbindung, sagte der scheidende Vorstandsvorsitzende Thomas Lütje beim Elbschifffahrtstag 2010. Binnenschiffe mit Containern benötigten deutlich weniger Wassertiefe als bei konventioneller Ladung. Die Häfen zwischen Magdeburg und Dresden könnten mit einem Binnenschiff-Feedersystem bedient werden, wie es in der Ostsee seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert wird. „Jeder Container, der über das Binnenschiff aus und zum Hamburger Hafen transportiert wird, schont auch die Umwelt“, so Thomas Lütje.
Organisatoren der Veranstaltung waren der Verein zur Förderung des Elbstromgebietes e.V. (Geschäftsstelle: Handelskammer Hamburg) mit Unterstützung des Regionalen Wachstumskerns Perleberg-Wittenberge-Karstädt, der IHK Potsdam und der Kammerunion Elbe/Oder. Die Elbschifffahrtstage finden seit den 1930er Jahren im zweijährigen Rhythmus in verschiedenen Städten entlang der Elbe statt. Es werden aktuelle Themen zur Entwicklung der Elbschifffahrt unter Beteiligung von Vertretern aus Wirtschaft und Politik diskutiert. Der Elbstromverein ist ein Zusammenschluss von über 100 Unternehmen aus der verladenden Wirtschaft und der Verkehrswirtschaft, Landes- und Kommunalbehörden sowie regionalen Industrie- und Handelskammern beiderseits der Elbe einschließlich der Tschechischen Republik. Ziele des Vereins sind die Förderung der Wasserstraßen und Häfen im Stromgebiet der Elbe, ihrer schiffbaren Nebenflüsse und angrenzenden Kanäle. Zum neuen Vorstandvorsitzenden des Vereins wurde in Wittenberge Peter Plewa, Geschäftsführer HHLA Intermodal GmbH, gewählt. Weitere Informationen unter www.elbstromverein.de.
Zum Veranstaltungsort: Die Gemeinden Perleberg, Wittenberge und Karstädt liegen zwischen Hamburg und Berlin in der Prignitz und bilden seit November 2005 einen von insgesamt 15 Regionalen Wachstumskernen im Land Brandenburg. Der Binnenhafen „Elbeport“ in Wittenberge an der Elbe wird im Frühjahr 2011 einen zweiten Hafenanleger eröffnen. Trimodale Verkehre können bedarfsgerecht durchgeführt werden, da der Hafen neben der Wasserstraße auch über Autobahn (A24) und Schiene angebunden ist. Weitere Informationen unter www.wachstumskern-prignitz.de. |